Greatest Showman (Filmkritik)

P.T. Barnum hatte einen Traum. Einen Traum, der für den Sohn eines Schneiders in schier unerreichbarer Ferne zu sein schien. Verbot es ihm seine gesellschaftliche Stellung auch die Tochter eines reichen Bürgers zu lieben. Was die beiden allerdings nicht daran hinderte, stets in Briefkontakt zu sein. Und während Charity ihr Dasein im Mädcheninternat fristete, verlor P.T. seinen Vater und musste sich allein durchs Leben schlagen.

Erwachsen machte er dann seiner Charity den Hof und zog mit ihr nach New York. Wissend, ihr nicht das Leben bieten zu können, das er sich für sie erträumt hatte waren sie doch glücklich. Und als P.T. seinen Job verlor, fasste er den Entschluss seinem alten Traum zu folgen. Er kaufte ein aufgelassenes Museum und brachte von der Gesellschaft Ausgestoßene zusammen, um eine kuriose Show auf die Beine zu stellen. Der Erfolg kam, eine Partnerschaft wurde geschlossen und neue Engagements schienen Reichtum zu bringen. Doch Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall….

Kritik:

Regisseur Michael Gracey erzählt die nicht ganz wahrheitsgetreue Geschichte des Zirkuspioniers P.T. Barnum. Und dabei gelingt es ihm, sein Publikum zu verzaubern und in die Welt des Greatest Showman eintauchen zu lassen. Selten kommt es vor, dass es ein Film vermag, eine Gänsehaut zu erzeugen, der Showman schafft es bei einigen Szenen, indem die perfekte Choreographie mit den Musicalsongs harmoniert und stets ein gutes Gefühl vermittelt. Die Lieder haben Kraft und Aussage, und werden durch die Protagonisten überzeugend vorgetragen. Stets passt der Rhythmus und stets tragen die Lieder die Geschichte in die richtige Richtung voran, sie verleihen dem Film seine Atmosphäre. Auch die Kostüme uns Sets sind sehr gut gestaltet, und passen so perfekt ins Gesamtbild.

Neben den Liedern verdankt der Film vor allem seinen Charakteren den guten Gesamteindruck. Zum einen zeigt er den Aufstieg und Fall eines gewöhnlichen Bürgers, der in der High Society Anerkennung sucht und dennoch nur Abweisung erfährt. Der den Fokus auf sich selbst legt, denen zu gefallen, welche ihn als unwürdig erachten, und dabei auf das vergisst, was eigentlich wichtig ist. Und wie er geläutert wieder aufgenommen wird und sich als Phönix aus der Asche erhebt.

Zum Anderen liegt der Fokus auf die von der Welt Ausgestoßenen, Freaks sozusagen. Die unter ihrem sonderbaren Aussehen ganz hervorragende und liebenswerte Menschen sind, und dennoch stets im Verborgenen leben mussten. Barnum stellt sie ins Rampenlicht, gibt ihnen eine Stimme, und zeigt der Welt, dass alle Menschen, egal welcher Hautfarbe und egal welche Besonderheit ihre Körper aufweisen, gleich sind. Sie gewinnen Selbstvertrauen, auch wenn ein wütender, konservativer Mob sie vertreiben will, stehen sie erhobenen Hauptes.

Dieser Aspekt lässt sich sehr gut auf die Welt von heute transportieren, es gibt zwar weniger Freaks, dennoch gibt es noch genug Ablehnung in der konservativen Bevölkerung andersartigen Menschen gegenüber. Seien es nun Schwule und Lesben, oder Menschen anderen Glauben, anderer Hautfarbe. Die Thematik ist leider immer wieder aktuell. Und wie diese Gruppe singend und stolz für das was sie ist dasteht, vermittelt der Film auch Menschen die sich ähnlich unterdrückt sehen einen Funken Hoffnung und Stärke.

So ist Greatest Showman zweifelsohne ein Film mit Botschaft. Eine Botschaft, die durch Gänsehaut erzeugende Bild und Musical Komposition übertragen wird, gespielt von großartigen Charakteren, denen es gelingt die Zuseher glücklich zu machen, uns sie daran erinnert, dass vor allem Freundschaft, Liebe wichtig sind, und dass alle Menschen gleich sind, egal welchen gesellschaftlichen Status sie haben mögen, oder wie sie aussehen, oder was sie sind.

5/5

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s